Mehr als Werbeblockierung: So nutzt du AdGuard als Kindersicherung
Ein Werbeblocker ist vielleicht nicht das Erste, woran du beim Thema Sicherheit von Kindern im Internet denkst. AdGuard kann aber mehr als Banner entfernen: Es kann Websites mit Inhalten für Erwachsene sperren, die sichere Suche aktivieren und Datenverkehr filtern. Damit ist es ein nützlicher, wenn auch nicht lückenloser Baustein für eine Kindersicherung.
Wir haben bereits erklärt, wie du die Kindersicherung in AdGuard für Windows und AdGuard DNS einrichtest. Diese Produkte bieten eigene Funktionen dafür: Schutzstufen, Blocklisten und Freigabelisten sowie einen Passwortschutz für die Einstellungen. Am einfachsten geht es so: Du aktivierst die Funktion und hast damit die wichtigsten Grundlagen abgedeckt.
Bei AdGuard für iOS, Android und Mac sieht es etwas anders aus — dafür kannst du den Schutz genauer anpassen. Einen zentralen Schalter für die Kindersicherung gibt es nicht. Stattdessen kombinierst du DNS-Schutz, Freigabelisten und Filterregeln sowie unter Android die Firewall. So kannst du einen Schutz einrichten, der zu deiner Familie passt: etwa Websites mit Inhalten für Erwachsene auf dem ganzen Gerät sperren, eine versehentlich blockierte Website wieder freigeben oder verhindern, dass sich eine bestimmte App wie TikTok mit dem Internet verbindet.
Schauen wir uns an, was die einzelnen Funktionen können, wo ihre Grenzen liegen und wie du sie auf deinem Gerät einrichtest.
AdGuard DNS Familienschutz
AdGuard DNS Familienschutz ist ein einsatzbereiter DNS-Server. Er sperrt Websites mit Inhalten für Erwachsene und aktiviert die sichere Suche bei Google, Bing und Yandex. Du musst weder eigene Filter erstellen noch eine Domainliste pflegen: Der Schutz ist bereits integriert. Nach der Aktivierung gilt er für Apps auf dem gesamten Gerät, nicht nur für einen einzelnen Browser.
iOS: So richtest du es ein
Öffne die App und gehe zu Schutz (Schildsymbol im unteren Menü) → DNS-Schutz → DNS-Server.
Wähle AdGuard DNS Familienschutz aus der Liste.
Öffne zum Test eine gesperrte Website. Du solltest eine DNS-Sperrseite oder einen Warnhinweis sehen.




Android: So richtest du es ein
- Öffne die App und gehe zu Schutz (Schildsymbol) → DNS-Schutz → DNS-Server.
- Wähle AdGuard DNS Familienschutz.
- Teste die Einrichtung, indem du nach Inhalten für Erwachsene suchst oder eine gesperrte Website öffnest.



Mac: So richtest du es ein
Öffne die AdGuard-Einstellungen und wähle den Tab DNS.
Wähle unter Anbieter die Option AdGuard DNS Familienschutz.
Teste die Einrichtung, indem du nach Inhalten für Erwachsene suchst oder eine gesperrte Website öffnest.



Freigabeliste
Eine Freigabeliste (oder Positivliste) sperrt von sich aus nichts. Sie hilft dir vielmehr dabei, irrtümliche Sperren zu korrigieren.
So kannst du versehentliche Sperren durch die lokale Filterung beheben, ohne den übrigen Schutz zu deaktivieren. Sperrt jedoch AdGuard DNS Familienschutz eine Domain, reicht ein Eintrag in die Safari- oder Website-Freigabeliste nicht aus: Diese Listen ändern die Sperren des DNS-Servers nicht.
iOS: So richtest du es ein
Gehe zu Schutz (Schildsymbol) → Schutz in Safari → Positivliste und füge die gewünschte Domain hinzu.



Android: So richtest du es ein
Öffne Einstellungen → Filterung → Website-Freigabeliste und füge die gewünschte Domain hinzu.



Mac: So richtest du es ein
Öffne Einstellungen → Allgemein → Website-Freigabeliste → Bearbeiten und füge die gewünschte Domain hinzu.


Benutzerregeln
Wenn der Familienschutz eine bestimmte Website oder einen Dienst nicht blockiert – etwa TikTok oder Roblox –, kannst du Benutzerregeln verwenden. Damit lassen sich Websites und Dienste gezielt und manuell mit einer einzelnen Regel sperren.
Mit einer Regel wie ||tiktok.com^ lassen sich Anfragen an TikTok blockieren, unabhängig davon, welchen DNS-Server du verwendest. Für die Sperre eines direkten Seitenaufrufs kann zusätzlich der Modifikator $document nötig sein. Wie du Regeln genau formulierst, erfährst du in unserer Anleitung zum Erstellen eigener Filter.
Anders als eine DNS-Sperrseite, die meldet, dass eine Website gesperrt wurde, können Benutzerregeln das Laden der Website verhindern. Für ein Kind kann das wie ein gewöhnliches Verbindungsproblem aussehen und nicht wie eine absichtliche Einschränkung.
iOS: So richtest du es ein
Gehe zu Schutz (Schildsymbol) → Schutz in Safari → Benutzerregeln und füge beispielsweise die Regel ||website.com^ hinzu.




Android: So richtest du es ein
Öffne Einstellungen → Filterung → Benutzerregeln und füge beispielsweise die Regel ||website.com^ hinzu.



Mac: So richtest du es ein
Öffne die AdGuard-Einstellungen → Filter → Benutzerregeln und füge beispielsweise die Regel ||website.com^ hinzu.


Firewall
Unter Android gibt es noch eine weitere hilfreiche Funktion für Fälle, in denen das Sperren einzelner Domains nicht ausreicht.
Manche Apps verwenden so viele Server und Domains, dass es schnell unpraktisch wird, sie einzeln mit Benutzerregeln zu sperren. Vielleicht möchtest du aber auch einfach verhindern, dass eine bestimmte App während der Hausaufgaben, zur Schlafenszeit oder während der Schule auf das Internet zugreift, während alle anderen Apps verbunden bleiben.
Mit der Firewall kannst du den Internetzugriff für einzelne Apps steuern. Statt Websites innerhalb einer App zu filtern, kann die Firewall deren Verbindung vollständig unterbinden.
Android: So richtest du es ein
Öffne Schutz → Firewall → Benutzerdefinierte Firewall-Regeln.
Tippe auf App hinzufügen und wähle die App aus, deren Zugriff du einschränken möchtest, oder gib ihren Namen ein.
Lege die gewünschten Verbindungsbeschränkungen fest und aktiviere sie.




Das solltest du beachten
Eine solche Einrichtung kann helfen, zufällige (und weniger zufällige) Begegnungen mit ungeeigneten Inhalten zu vermeiden. Technische Einschränkungen sind aber nur ein Teil der Sicherheit im Internet. Kein Filter ersetzt das Gespräch mit deinem Kind darüber, warum es diese Grenzen gibt.
Eine gesperrte Website lässt sich mit einem anderen Smartphone, einem anderen Netzwerk oder genügend Entschlossenheit umgehen. Vertrauen, klare Erwartungen und gemeinsam vereinbarte Regeln lassen sich nicht so leicht aushebeln.












