TechTok #12. Wie Sie Ihre Daten schützen und Ihr VPN optimieren

In dieser neuen Ausgabe von TechTok beschäftigen wir uns mit zwei sehr unterschiedlichen Fragen. Die eine ist unglaublich weit gefasst, die andere deutlich enger. Was sie verbindet, ist, dass die Antworten auf den ersten Blick oft einfacher wirken, als sie tatsächlich sind. Also, legen wir los!

Die erste Frage kommt von katy perry's boyfriend:

Ich bin schon lange online und habe das Gefühl, dass meine persönlichen Daten wahrscheinlich ohnehin schon für alle zugänglich sind, die Interesse daran haben. Macht es überhaupt noch Sinn, Werbeblocker und VPNs zu nutzen? Oder wie kann ich nach Jahren des „Shitposting“ ein etwas privateres Online-Leben anfangen? Irgendwie erscheint das jetzt fast sinnlos.

Zunächst einmal ist es verständlich, dass man ein wenig bereut, welche Daten man im Laufe der Jahre geteilt hat — vor allem dann, wenn man es früher einfach nicht besser wusste. Aber es ist fast unmöglich, online völlig spurlos zu bleiben, es sei denn, man lebt komplett „off the grid“. Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob Spuren existieren, sondern wie genau und eindeutig sie sind.

Was bereits geteilt wurde, lässt sich nicht rückgängig machen — und wer im digitalen Zeitalter ein „Purist“ sein möchte, muss enorme Einbußen in Sachen Komfort hinnehmen. Nur wenige befinden sich in einer grundlegend anderen Situation. Jüngere Generationen haben es sogar oft noch schwieriger, unter anderem wegen des sogenannten „Sharenting“ (wenn Eltern Fotos und Daten ihrer Kinder teilen). Das heißt aber nicht, dass sie von Anfang an auf Privatsphäre verzichten sollten. Tatsächlich stehen Sie wahrscheinlich besser da als viele von ihnen.

Wichtig ist: Informationen sind vor allem dann wertvoll, wenn sie aktuell sind. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, aber alles, was Sie ab jetzt online hinterlassen, können Sie begrenzen. Daten wirken nur, solange sie durchsuchbar und auf Sie zurückführbar sind — und genau hier gibt es Möglichkeiten, ihre Wirkung abzuschwächen.

Das Ziel sollte also nicht sein, sich komplett aus dem Internet zu löschen, sondern schrittweise schwerer lesbar zu werden. Einfach gesagt: Die Daten, die Sie hinterlassen, sollten fragmentiert, schwerer zu verknüpfen oder weniger genau sein. So bekommt jeder, der versucht, Sie zu verfolgen, gezielt Werbung zu schalten oder persönliche Infos zu sammeln, nur ein verzerrtes Bild — statt eines klar „lesbaren“ Profils.

Auch kleine, scheinbar langweilige Änderungen bei der digitalen Hygiene zählen und summieren sich mit der Zeit. Eine davon ist das regelmäßige Löschen von Cookies und Cache — besonders, wenn Sie es automatisieren. In Chrome können Sie zum Beispiel einstellen, dass Daten beim Schließen des Browsers automatisch gelöscht werden. Ähnliche Funktionen gibt es in den meisten gängigen Browsern. Das macht Sie nicht anonym, verhindert aber, dass langfristiges Tracking Monate oder Jahre Ihres Verhaltens sauber miteinander verknüpft. Der Kompromiss: Sie müssen sich öfter einloggen, und manche Dinge sind ein wenig umständlicher.

Das gleiche Prinzip gilt für die Trennung von verschiedenen Kontexten. Wenn Arbeit, Privatleben und lockeres Online-Verhalten nicht ständig ineinanderfließen, wird das Erstellen eines Profils deutlich schwieriger. Ob durch separate Browserprofile oder unterschiedliche E-Mail-Adressen — Sie erschweren so die Verknüpfung verschiedener Bereiche Ihres Lebens.

In diesem Zusammenhang können E-Mail-Aliase und temporäre Adressen sehr hilfreich sein. Aliase eignen sich für Konten, die Sie regelmäßig nutzen, denen Sie aber nicht vollständig Ihre Hauptadresse anvertrauen möchten — zum Beispiel Newsletter, Online-Shops oder Dienste, die Sie getrennt halten wollen. Temporäre Adressen sind ideal für einmalige Anmeldungen, Testversionen oder Downloads, bei denen Sie keine weiteren Nachrichten erwarten oder erhalten möchten.

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AdGuard Mail bietet beides: E-Mail-Aliase und temporäre Adressen helfen, Daten getrennt zu halten, Verknüpfungen zwischen Websites zu erschweren und Schäden bei Datenlecks zu minimieren.

Soziale Medien funktionieren ähnlich. Schon kleine Schritte, um weniger auffindbar zu sein, können viel bewirken. Ein Beispiel ist das Deaktivieren der Indexierung durch Suchmaschinen — auf Instagram können Sie das hier einstellen. Weitere Möglichkeiten sind, den angezeigten Namen im Profil zu ändern, einen anderen Benutzernamen zu wählen (oder für verschiedene Accounts unterschiedliche Benutzernamen zu nutzen) oder einzuschränken, wer überhaupt Ihre Beiträge sehen kann — diese Empfehlungen stammen zwar von X, sind aber allgemein anwendbar. Solche Maßnahmen verhindern, dass Ihre Profilinformationen und damit verknüpfte Beiträge in Suchergebnissen auftauchen.

Kurz gesagt: Ein geänderter Benutzername erschwert die Suche nach Ihrem Profil, auch wenn bereits existierende Daten dadurch nicht verschwinden. Und obwohl das keine perfekte Lösung ist, verlassen sich viele Datensammler eher auf einfache Zugänglichkeit als auf die langfristige Speicherung.

Sie können auch direkt mit Suchmaschinen arbeiten. Google bietet beispielsweise die Möglichkeit, private Informationen entfernen zu lassen, wie Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Ausweise, Bankdaten, medizinische Unterlagen oder vertrauliche Benutzernamen und Passwörter. Mit der Funktion „Ergebnisse über Sie“ können Sie solche Inhalte suchen, deren Entfernung beantragen und sogar Benachrichtigungen für neue Ergebnisse einrichten. Beachten Sie dabei, dass Google nur die Suchergebnisse entfernt — Inhalte auf der ursprünglichen Website müssen Sie direkt beim Betreiber anfragen.

Wenn es einen unscheinbaren, aber wirklich wirksamen Schritt gibt, dann ist es der Umgang mit Datenbrokern. Sich dort abzumelden ist zwar mühsam, funktioniert aber — und einmal erledigt, bleibt es meist erledigt. Sie können beispielsweise die Opt-out-Seiten von Spokeo oder Epsilon besuchen, um Ihre Daten entfernen zu lassen. Angesichts der Vielzahl an Datenbrokern ist der sicherste Weg jedoch oft die Nutzung eines spezialisierten Entfernungsdienstes.

Neben der Kontrolle bereits vorhandener Daten können Sie auch steuern, wie viele neue Daten über Sie gesammelt werden. Werbeblocker verhindern, dass Tracker und Drittanbieter-Skripte Ihre Aktivitäten über Websites hinweg verfolgen, und reduzieren so die Menge an Verhaltensdaten, die zurückverfolgt werden könnten. VPNs verschleiern Ihre IP-Adresse und verschlüsseln die Verbindung, wodurch es für Websites, Werbetreibende oder sogar Ihren Internetanbieter schwieriger wird, ein Profil basierend auf Standort oder Surfverhalten zu erstellen.

Keines dieser Tools macht Sie unsichtbar, aber in Kombination mit anderen Maßnahmen — wie der Trennung von Kontexten, der Nutzung von Aliasen und der Verwaltung der Sichtbarkeit in Suchmaschinen — wird es deutlich schwerer, ein detailliertes Bild Ihres Online-Lebens zusammenzusetzen.

All das zielt nicht auf perfekte Privatsphäre ab — diese Chance ist für fast alle längst vorbei. Möglich ist jedoch, dass Ihre Daten älter, ungenauer und weniger miteinander verknüpft werden. In der Praxis reicht das meist schon aus.

Die zweite Frage kommt von Elle:

Ich bin echt nicht technikaffin. Wenn ich mein VPN eingeschaltet lasse, bleibt es dann an, wenn ich meinen PC herunterfahre? Vielen Dank schon mal für Ihre Zeit.

Wenn Sie Ihr VPN eingeschaltet lassen und den PC anschließend herunterfahren, läuft es nicht weiter, sobald der Computer ausgeschaltet ist. Nach dem Neustart muss das VPN erneut verbunden werden, um die sichere Verbindung wiederherzustellen. Die Antwort auf Ihre Frage lautet also: Nein, das VPN bleibt nach dem Herunterfahren nicht aktiv.

Die meisten bekannten VPNs bieten jedoch die Möglichkeit, sich nach einem Systemneustart automatisch wieder zu verbinden — das ist eine gängige Funktion.

Mit AdGuard VPN können Sie diesen Vorgang deutlich vereinfachen. Aktivieren Sie dazu in den Einstellungen der App die Option App beim Systemstart ausführen. So öffnet sich die VPN-App automatisch, sobald der Computer hochfährt, und Sie müssen sie nicht jedes Mal manuell starten.

Zusätzlich können Sie die Funktion Automatisch beim App-Start verbinden aktivieren. Dann verbindet sich das VPN sofort nach dem Öffnen der App, ganz ohne weitere Schritte. Zusammen sorgen diese Funktionen dafür, dass Ihr VPN vom Moment des Systemstarts an einsatzbereit ist und Sie geschützt bleiben.

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