Werbung in ChatGPT: Ein erster Blick
Vor ein paar Wochen hat OpenAI bestätigt, dass Werbung in ChatGPT eingeführt werden soll — zunächst in den kostenlosen und günstigsten Aboversionen. Jetzt ist sie bereits in Aktion zu sehen, zumindest in der öffentlichen Beta der Android-App und in der Webversion von ChatGPT. OpenAI ist dabei relativ transparent und versucht nicht, die neu eingeführte Werbung heimlich zu zeigen. Stattdessen werden Sie mit einem vollbildigen Onboarding begrüßt, und die Anzeigen selbst sind klar mit einem „Sponsored“-Label gekennzeichnet.
Die Onboarding-Bildschirme erklären, welche Werbung Sie sehen werden und warum. Sie zeigen, wie Sie die Anzeigen steuern können und versichern vor allem: Die Antworten des Chatbots selbst bleiben von der Werbung unbeeinflusst.
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Screenshots von Tibor Blaho on X
Welche Anzeigen Ihnen angezeigt werden, hängt von Ihrem aktuellen Gespräch mit dem Chatbot ab. OpenAI betont jedoch, dass Werbetreibende keinen Zugriff auf Ihre Chats, Erinnerungen oder persönliche Daten erhalten — nur auf aggregierte Zahlen zu Anzeigenaufrufen und Klicks. Weitere Faktoren, die die Anzeigen beeinflussen, sind Ihre bisherigen Gespräche und Ihre Reaktionen auf frühere Anzeigen — sowohl positiv (die Anzeige anklicken) als auch negativ (die Anzeige ausblenden). Ja, Sie können eine Anzeige über ein Menü ausblenden. Dasselbe Menü bietet weitere Informationen zur Anzeige, die Möglichkeit, sie zu melden oder sogar „ChatGPT danach zu fragen“.

Screenshot von Tibor Blaho auf X
Wenn Sie mehr Informationen zu einer Anzeige anfordern, öffnet sich ein Pop-up mit grundlegenden Details: Wer die Anzeige sponsert, warum Sie sie sehen — und natürlich auch mit einem Button, um ein werbefreies Abo zu erwerben.

Screenshot von Tibor Blaho auf X
Am wichtigsten ist wahrscheinlich die Seite „Ads controls“. Hier können Sie personalisierte Werbung ausschalten — allerdings nicht vollständig. Die aktuelle Unterhaltung behält immer zumindest ein gewisses Maß an Relevanz für die angezeigten Anzeigen. Gleichzeitig können Sie die Personalisierung auf Basis früherer Chats und gespeicherter Informationen vollständig deaktivieren. Besonders praktisch: Sie können alle werberelevanten Daten löschen, ohne dass Ihre Chats davon betroffen sind.

Screenshot von Tibor Blaho auf X
So sehr wir uns auch nicht darüber freuen, dass Werbung nun einen weiteren digitalen Raum erobert, müssen wir zugeben: Die erste Umsetzung könnte deutlich schlechter ausfallen. Die Zeit wird zeigen, ob dieses Anzeigenformat in naher Zukunft so bleibt oder ob OpenAI denselben Weg wie viele andere Firmen geht — zunächst unaufdringliche Werbung, später zunehmend aufdringliche Formate.
Für den Moment sieht es aber so aus, als hätten wir genau die Art von Werbung vor uns, die wir bereits in unserem vorherigen Artikel vorhergesagt haben — außerhalb des Antwortfensters des Chatbots, klar vom eigentlichen Inhalt getrennt und gekennzeichnet. Jeder ernstzunehmende Werbeblocker (inklusive AdGuard, natürlich) sollte solche Anzeigen problemlos blockieren können — zumindest in der Webversion. Werbung innerhalb von Android-Apps zu blockieren ist deutlich schwieriger, daher wollen wir uns ein endgültiges Urteil noch vorbehalten, bis wir diese Anzeigen selbst sehen können.












