YouTube eskaliert seinen Kampf gegen Werbeblocker. Was tut es eigentlich?
Es ist kein Geheimnis, dass YouTube in einem Katz-und-Maus-Spiel mit Werbeblockern steckt. Die neue Taktik, die der Video-Streaming-Dienst diesen Monat eingeführt hat, besteht darin, ein Anti-Adblock-Banner anzuzeigen, das die Nutzer:innen auffordert, entweder Werbung zuzulassen oder ein YouTube Premium-Abonnement abzuschließen.
Das neue Banner wurde bei Opera und Firefox entdeckt. Es ist noch unklar, ob es nur in diesen Browsern passiert oder ob alle Browser betroffen sind. Neowin berichtete, dass „Google’s eigenes Chrome seit den letzten paar Tagen mit einem Werbeblocker langsamer läuft“, aber bisher haben wir keine Berichte aus erster Hand gesehen.
In dem Banner sagt Google, dass „Werbeblocker gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube verstoßen“ und erklärt, dass die Videos für Nutzer:innen, die einen Werbeblocker verwenden, nicht abgespielt werden, es sei denn, sie setzen YouTube auf die Zullasungsliste oder deaktivieren ihren Werbeblocker.
Es ist keine große Überraschung zu erraten, welche Option YouTube bevorzugt. Die Schaltfläche „YouTube-Anzeigen erlauben“ ist in Weiß hervorgehoben, während „YouTube Premium testen“ sich eher unauffällig in den Hintergrund einfügt.
Neue alte Nachricht
Das angezeigte Banner ähnelt auffällig dem ersten Banner, das YouTube den Nutzern zeigte, als es erstmals auf diese Taktik zurückgriff. Im Mai 2023 testete YouTube eine ähnliche Nachricht, die lautete: „Werbeblocker sind auf YouTube nicht erlaubt.“ In einigen Fällen wurde dieses Banner von einer Countdown-Uhr in der rechten Ecke begleitet, offensichtlich, um die Nachricht noch dringlicher wirken zu lassen.
Man könnte argumentieren, dass die aktualisierte Formulierung ein noch stärkeres Signal senden soll — Studien zeigen, dass es für unser Gehirn leichter ist, positive Sätze zu verstehen und darauf zu reagieren als negative — vielleicht ist das der Grund für die Änderung, oder vielleicht räumen wir Google zu viel Anerkennung ein und sie spielen einfach mit der Formulierung ohne besonderen Grund.
Zwischen dem ersten und dem neuesten Anti-Adblock-Banner, die sich wirklich sehr ähnlich sehen, versuchte YouTube einige andere Ansätze, darunter die Warnung, dass die Wiedergabe nach drei Videos deaktiviert würde, anstatt sofort, es sei denn, die Nutzer schalten ihre Werbeblocker aus.
Jenseits der Banner
Anti-Adblock-Banner sind nicht das einzige Mittel, das Google im laufenden Krieg gegen Werbeblocker einsetzt. Eine weitere Strategie, die YouTube letztes Jahr ausprobiert hat, ist die serverseitige Werbeeinblendung. Sie unterscheidet sich von der normalen YouTube-Werbung darin, wie die Anzeigen zugestellt werden. Normalerweise werden die Anzeigen separat vom Video-Inhalt ausgeliefert, was den Werbeblockern ermöglicht, ihre „Magie“ wirken zu lassen. Bei der serverseitigen Werbeeinblendung wird die Anzeige jedoch Teil des eigentlichen Video-Inhalts. Dies ähnelt dem, was YouTube bereits in seinen mobilen Apps umsetzt.
In unserem vorherigen Beitrag haben wir ausführlicher erklärt, wie diese Methode funktioniert und was Werbeblocker dagegen tun können.
Was bedeutet das für Sie?
Die Bekämpfung von Werbeblockern auf YouTube dauert nun schon seit drei Jahren an. Obwohl YouTube alle paar Monate neue Taktiken entwickelt, konnten Werbeblocker in der Regel mithalten. Auch diesmal wird es wahrscheinlich keine Ausnahme sein, zumal das neue Banner nichts darstellt, was wir noch nicht gesehen hätten.
Das neue Banner scheint Teil eines begrenzten Tests zu sein. Interessant ist jedoch, dass es hauptsächlich von Nutzer:innen der Opera- und Firefox-Browser gemeldet wurde, die noch MV2-basierte Werbeblocker-Erweiterungen unterstützen. Im Gegensatz dazu ist Google Chrome dabei, Manifest V2, die alte Erweiterungsplattform, auslaufen zu lassen und durch Manifest V3 zu ersetzen. Manifest V3 schränkt ein, wie Werbeblocker-Erweiterungen funktionieren, und zwang uns bereits dazu, einige Funktionen in unserer MV3-konformen Erweiterung für Chrome zu deaktivieren, um sie im Chrome Web Store zu belassen.
Ob das Timing nur ein Zufall ist oder Google tatsächlich Nutzer:innen leistungsfähiger Werbeblocker in Browsern abseits von Chrome ins Visier nimmt, wissen wir nicht. Es ist jedoch auf jeden Fall ein Punkt, den man im Auge behalten sollte.
Was die Zukunft betrifft, glauben wir, dass das Katz-und-Maus-Spiel weitergehen wird. YouTube und andere Plattformen werden wahrscheinlich weiterhin neue Wege finden, um Werbeblocker zu bekämpfen, während Entwickler weiterhin Anpassungen vornehmen und Lösungen finden werden.
Das gesagt, während Browsererweiterungen immer noch effektiv sein können, sind netzwerkweite Werbeblocker-Apps wie AdGuard für Windows oder AdGuard für Mac eine robuste und vielseitige Lösung. Diese Apps funktionieren über alle Browser und Apps hinweg und blockieren Werbung auf Systemebene, anstatt sich auf browser-spezifische Erweiterungen zu verlassen. Dadurch sind sie weniger anfällig für die ständigen Änderungen und Einschränkungen. Wenn Sie jedoch bei Ihrer Werbeblocker-Erweiterung bleiben möchten, könnten Ihnen die folgenden Tipps nützlich sein:
YouTube: So schauen Sie Videos mit einem Werbeblocker an.